Mitglied der SCNAT

Die SGmG stärkt die Geomorphologie als Wissenschaft und in der Anwendung. Sie unterstützt junge Forschende und fördert Beziehungen zu themenverwandten Wissenschaften und der öffentlichen Verwaltung.

Bild: Naturmotive, stock-adobe.com

Bohrkern in Rekord-Länge könnte helfen, antarktischen Eisschwund vorherzusagen

Ein internationales Forschungsteam hat den bislang längsten Sedimentkern aus Ablagerungen unter einem Eisschild hervorgeholt. Dieser Kern belegt die Klimaveränderungen für Millionen von Jahren und hilft, den Verlust des westantarktischen Eisschilds durch die Klimaerwärmung vorherzusagen.

Eisberg in der Antarktis
Eisberg in der Antarktis
Eisberg in der AntarktisBild: NSF/Josh Landis, National Science Foundation
Bild: NSF/Josh Landis, National Science Foundation

Rund 700 Kilometer von den nächsten Antarktisstationen entfernt haben Forschende einen Datenschatz der Klimageschichte gefunden. Am Standort Crary Ice Rise am Rande des westantarktischen Eisschilds bohrten die Forschenden ein Loch in das 523 Meter dicke Eis. Hervorgeholt haben sie einen rekordverdächtigen Sedimentkern von 228 Metern Länge, der aus Schlamm- und Gesteinsproben besteht. Der Sedimentkern stellt ein regelrechtes Klimaarchiv dar, das die Umweltbedingungen aus früheren, wärmeren Zeiten der Erdgeschichte festhält. Dadurch enthält der Kern auch wichtige Informationen, wie schnell die Eisdecke in der Westantarktis in Zukunft bei weiter steigenden Temperaturen schmelzen dürfte.

Sollte der westantarktische Eisschild vollständig schmelzen, stiege der Meeresspiegel weltweit um vier bis fünf Meter, wie Forschende berechnet haben. Bisher stützten sich Vorhersagen, wie sich das Eis verhält, wenn es wärmer wird, vor allem auf Satellitenbeobachtungen sowie auf geologische Funde am Rand des Eisschilds, unter dem Schelfeis und dem Meereis sowie aus dem offenen Rossmeer und dem Südpolarmeer.

Kategorien